Die Zuschauer dachten, das Wetter am vergangenen Spieltag wäre super gewesen – heute war es sogar noch besser. Sonnenschein und eine leichte Brise bei wolkenlosem Himmel, dazu gut 20 °C. Nun ja, nachdem auch die letzten Spieler die etwas abgelegene aber bestens präparierte Sportanlage des SV Bruck gefunden haben, konnte die Aufwärmphase vollzählig stattfinden.

Etwa 20 vor elf am Vormittag ertönte der Anpfiff. Die kleinen Dornen im typischen Giftgrün gegen die in dunkelgrün spielenden Brucker. Körperlich waren beide Mannschaften auf Augenhöhe und so verlief auch das gesamte Spiel. Es ging zunächst hin und her ohne längere Druckphasen auf der einen oder anderen Seite. Die Dornacher zeigten aber stellenweise ihr mittlerweile recht herzeigbares Passspiel im Mittelfeld und auch die Abwehr stand stabil, obwohl diesmal der Abwehrblitz aussetzen musste. Stattdessen organisierte sich die Defensive um den kleinen Wirbelwind mit dem starken Schuss. Nachdem sich keine Mannschaft spielerisch einen Vorteil verschaffen konnte, kam es  aufgrund eines von vielen Dornen gesehenen Handspiels der Brucker im Dornacher Strafraum zu einem Durcheinander, bei dem unsere Jungs am Ende allesamt nur noch wie paralysiert da standen. Dies machte sich die Heimmannschaft zu Nutze, reagierte flink und erzielte das Führungstor. Dies schien nun der eigentliche Startschuss für unsere keinen Fußballer zu sein, denn plötzlich waren alle wach und der Druck auf das gegnerische Tor stieg und stieg, bis sich dieser in einem mächtigen Schuss unseres Rechts-Außen von der Strafraumgrenze in dem Ausgleichstor entlud. Nun merkten die Dornen, dass hier der Sieg in greifbarer Nähe war. Leider führte dieser Offensivdrang auch dazu, dass die Abwehr nun anfälliger wurde für die schnellen Konter der Jungs aus Bruck. Einer dieser über zwei Stationen ausgeführten Angriffe führte das runde Leder zu einem der schnellen brucker Stürmer, der sich dann auch nicht mehr von unserem Torhüter aufhalten ließ. 2:1 für die Heimmannschaft. Dieser Spielstand war auch der Halbzeitstand.

Nachdem sich unsere Jungs im Schatten eines Baumes ausgeruht hatten und den Anweisungen der beiden Trainer bestimmt sehr aufmerksam folgten, ging es mit vollem Elan in die zweiten 20 Minuten. Obwohl sich die Dornen immer wieder in den gegnerischen Strafraum kämpften, mal über rechts, mal über links, mal durch die Mitte, machte es den Anschein, dass der letzte Durchsetzungswille fehlte, das runde Ding endlich über die Torlinie zu bringen, um für den erneuten Ausgleich zu sorgen. Doch dieses Streben führte, wie auch in der ersten Hälfte, zu einem vernachlässigen der Abwehr. Das ermöglichte den Bruckern Konter, die immer wieder für Gefahr auf der eigenen Seite sorgten. Diese Schwäche wurde dann auch irgendwann ausgenutzt und es schien ein Déjà vu für die Zuschauer zu sein: wieder ein schneller Konter über wenige Stationen, wieder ein freier Mann vor unserem Torhüter und es stand 3:1. Nun denn, dies muss man unserer Mannschaft schon sehr positiv zugestehen, da werden die Köpfe nicht hängen gelassen, stattdessen wird noch mehr Druck auf das gegnerische Tor aufgebaut. Dieser Druck führte dann auch unsere linke Angriffsformation nahe an das Tor des Gegners und obwohl der Torhüter den ersten Schuss noch abwehren konnte, war er mit dem Nachschuss unseres Mittelstürmers doch überwältigt. Das Anschlusstor beflügelte unsere Jungs noch weiter und so ergab sich noch in den letzten Spielminuten durchaus die eine oder andere Gelegenheit. Doch irgendwie fehlte auch das Glück, um das Spiel nochmals drehen zu können. Damit wurde der Ausgleich nicht mehr erreicht. Stattdessen führte in der Schlussminute noch ein Eckstoss der Brucker zu einem schönen Halbvolley-Schuss, der nicht mehr aufzuhalten war. So wurde bei einem Spielstand von 4 zu 2 abgepfiffen. Nun das Fazit. Man konnte feststellen, dass die dornacher Jungs mittlerweile gut ihre Positionen kennen und dieses auch größtenteils halten. Mit ein bisschen mehr Konsequenz in der Abwehr und ein bisschen mehr Durchsetzungsvermögen vor dem gegnerischen Tor, kann unsere Dornen niemand mehr aufhalten. Dann heißt es nur noch: „Only the sky is the limit!“.

(Miro Kroutvar)